IT-Security und ITSM als Initialprojekte für Künstliche Intelligenz


Ein Trend ist ein Zug, auf den man aufspringen muss, solange er noch langsam rollt. Hat er erst mal Fahrt aufgenommen, wird es immer schwieriger, noch vorne mitzufahren. Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning, Deep Learning – all das ist so ein Trend.

Auch wenn inzwischen oft vom Hype gesprochen wird, also einem überschätzten und überhitzten Trend, ist klar: Dieser Zug wird noch lange fahren, und als Unternehmen braucht man ein Ticket. Jetzt.

Das ist leicht gesagt, aber schwer umzusetzen. Denn KI ist nicht einfach ein weiteres Werkzeug, das einfach zugekauft und eingesetzt werden kann. Wer KI als Strategie und damit als potenziellen Teil des Kerngeschäfts seines Unternehmens versteht – und nichts anderes wird es mittelfristig sein müssen, kann sich nicht kopflos in das Abenteuer stürzen. KI braucht, wie jede andere grundlegende Technologie, Erfahrung, Skills und Know-how – drei Dinge, die die meisten Unternehmen heute noch nicht haben.

Fakt ist: Heute gibt es in vielen Unternehmen bereits erste KI- Projekte – seien es umfassende Vorstudien oder kleinere Projekte im Test- oder gar im Produktivumfeld. Dazu gehören Chatbots, Assistenten im Online-Banking oder auch „Pepper“ an der Hotelrezeption.

Doch wie startet man?

Strategisch ausgereift und weitsichtig ist das aber meist noch nicht. Wie also sinnvoll starten?

Bevor sich Unternehmen mit allzu technischen Themen beschäftigen – müssen sie den richtigen Bereich für Ihren Start mit KI (Themenfeld/Prozesseinheit/Aufgabe) finden. Aus meiner Sicht gibt es zwei Themengebiete, die sich dafür ideal eigenen: IT Service Management (ITSM) und IT-Security. Warum?

Bei IT-Security bietet KI einen großen, leicht erkennbaren Mehrwert, weil im Unterschied zu regelbasierten Lösungen KI-Systeme in der Lage sind, sich eigenständig weiterzuentwickeln und mögliche Potenziale, beispielsweise für Hacker-Angriffe, vorher abzufangen. Das übergeordnete Ziel ist sehr eindeutig und einfach verständlich: Hacker-Angriffe vermeiden, Sicherheitslücken eigenständig finden und schließen, vorhandene Exploits finden, lösen und blockieren. Mit KI laufen Unternehmen der Hacker-Community nicht hinterher, sondern können eigenständig Sicherheitslücken schließen und sind somit der Community sogar eher noch ein oder zwei Schritte voraus.

Die Autorin ist Leyla Varli, Consultant bei der Microfin Unternehmensberatung GmbH.

Die Autorin ist Leyla Varli, Consultant bei der Microfin Unternehmensberatung GmbH.
(Bild: Silv Malkmus)

KI im IT Service Management

Zudem sind regelbasierte Systeme nur so gut wie die dahinterstehenden Mitarbeiter und deren gesammelte Erfahrungen und identifizierte Muster. KI-Anwendungen greifen aber auf vielerlei verschiedenen Erfahrungen und Daten zurück. Ein weiterer Mehrwert von KI-Lösungen in diesem Bereich ist, dass einmal erkannte Sicherheitslücken sofort geschlossen werden können, ohne Befehle oder Programme neu programmieren zu müssen und ohne klassische Software-Updates.

Bei ITSM liegt der Fall durchaus ähnlich: Prozesseinheiten wie das Incident-, Change- oder Event-Management, sind in vielen Unternehmen sehr gut definiert. Im Vergleich zu vielen weiteren Prozesseinheiten, auf denen ein Unternehmen aufsetzt, sind hier die Ziele und Frameworks eindeutig.

KI ist eine Chance für das IT Service Management

Künstliche Intelligenz und Chatbots

19.10.18 – Das IT Service Management (ITSM) sorgt nicht nur für den problemlosen Ablauf des Tagesgeschäfts. ITSM ist auch dort wichtig, wo neue Entwicklungen und neue Märkte entstehen und die Anforderungen und Prozesse sich ändern. lesen

Künstliche Intelligenz hält im IT Service Management Einzug

ITSM-Evolution statt -Revolution

31.08.18 – Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend auch im Service Management Einzug. Die Erwartungen sind hoch, die ersten wirklich bahnbrechenden Innovationen werden jedoch frühestens 2019 ihren Weg in die Praxis finden. Deshalb kann von einer Revolution im Service Management durch KI bisher keine Rede sein. lesen

Ein anschauliches Beispiel ist das Incident Management. Hier sind Aufgabe und Ziel klar: Löse das Ticket und achte darauf, dass diese Art von Fehler nicht mehr auftaucht! Hinzu kommt: In den meisten Unternehmen existieren dazu bereits große Mengen an Daten. Darauf kann man aufsetzen und arbeiten. Das hält den Prozess der IT-Einführung schlank.

Das sind zwei Beispiele für den KI-Einstieg mit schnellem und berechenbarem Mehrwert. Schließlich will man im KI-Zug nicht nur mitfahren, sondern auch an einem sinnvollen Ziel ankommen.

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Leyla Varli ist Consultant bei der Microfin Unternehmensberatung GmbH.





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