Nordkorea erbeutet Milliarden bei Hacker-Raubzügen


Immer wieder taucht Nordkorea im Zusammen­hang mit Cyber-Attacken auf. Nun schätzen UN-Fachleute, dass die Autokratie unter Kim Jong Un durch vielfältige Hackerangriffe Geld im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar ergaunert hat. Es werde für einen bestimmten Zweck gebraucht.

Nordkoreanische Hacker haben UN-Experten zufolge durch Angriffe im Internet Geldwerte in Milliardenhöhe gestohlen. Viele der Spezialisten arbeiteten unter Leitung des Geheimdienstes des autokratischen Staates und „beschaffen Geld für sein Programm für Massenvernichtungs­waffen“, heißt es in einem Bericht unabhängiger Experten für den Nordkorea-Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen.

Der Gesamterlös durch die Online-Raubzüge wird auf bis zu zwei Milliarden Dollar geschätzt, wobei unklar blieb, von welchem Zeitraum die Experten ausgehen. Die Deutsche Presse-Agentur konnte die Zusammenfassung des noch unveröffentlichten Berichts einsehen. Mehrere Diplomaten bestätigten, dass dieser an die Mitglieder des Sanktionsausschusses verschickt wurde. Im September soll er dem Sicherheitsrat vorgelegt und danach veröffentlicht werden.

Nordkorea verfügt über potenziell tödliches Cyberwar-Potenzial

Cyber-Kriegsführung

10.06.15 – Ein aus Nordkorea geflohener Informatikprofessor hat vor den Fähigkeiten der Hacker-Armee gewarnt, die unter dem Befehl von Kim Jong-un, dem Diktator des Landes, steht. Die Truppe soll 6.000 Personen umfassen, unter anderem von China aus operieren und in der Lage sein, kritische Infrastrukturen zu zerstören. lesen

In dem Bericht heißt es weiter, dass Nordkorea bei seinen „zunehmend ausgeklügelten“ Angriffen nicht nur Gelder von herkömmlichen Finanzinstituten ins Visier nehme, sondern auch Digitalwährungen wie den Bitcoin. Diese hätten für Hacker den Vorteil, dass Angriffe auf sie schwieriger nachzuverfolgen seien und sie weniger gut von Regierungen überwacht würden.

Nordkorea wird immer wieder mit aufwendigen Angriffen im Internet in Verbindung gebracht. So wird dem Land die Attacke auf Sony Pictures 2014 zugeschrieben, bei der der komplette E-Mail-Bestand des Hollywood-Studios erbeutet und die Server gelöscht wurden. Auch der Angriff mit der Erpressungssoftware WannaCry, die 2017 mehrere hunderttausend Computer in 150 Ländern verschlüsselte, geht nach offiziellen US-Vorwürfen auf das Konto Nordkoreas.

Der UN-Bericht kommt zu dem Schluss, dass Nordkorea mit seinen Raubzügen im Internet auch versuche, die Finanzsanktionen gegen das Land zu umgehen. Mit Digitalwährungen lässt sich online weitgehend anonym bezahlen, weil sie unabhängig von Regierungen oder Banken funktionieren. Gleichzeitig wird in dem Bericht festgestellt, dass Vertreter Nordkoreas im Ausland trotz Verboten weiter versuchten, für das Massenvernichtungsprogramm des Landes einzukaufen.

Steigende Cyberrisiken und fehlende Ressourcen

Prognose zur Cybersicherheit 2018

07.02.18 – Nach einigen spektakulären Ereignissen im Jahr 2017 dürfte 2018 kaum weniger turbulent werden. Mit weiteren Cyberangriffen mittels Würmern ist ebenso zu rechnen wie mit Ransomware. Das ist ein Problem, denn wie in vielen technischen Sparten herrscht auch in der IT-Sicherheit chronischer Fachkräftemangel, der auch 2018 nicht abnehmen wird. lesen

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea – das mehrfach Atombomben getestet hat – auch die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Am Dienstag hatte Nordkorea wieder Raketen getestet und zwei Geschosse ins Japanische Meer abgefeuert. Es war der vierte Raketenstart in den vergangenen knapp zwei Wochen.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump hatten Ende Juni im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen.





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