Niedersachsens Grüne wollen Luftballons verbieten lassen


Die Grünen in Niedersachsen sprechen sich für ein Verbot von Luftballons aus. “Steigen gelassene Luftballons landen in den allermeisten Fällen in der Natur. Vögel und andere Tiere fressen die weichen Ballonreste und verhungern dann mit vollem Magen”, sagte Grünen-Landeschefin Anne Kura der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). Auch Ballons aus Naturlatex seien daher keine echte Alternative.

Gütersloh hat Luftballons bereits verboten

Der NOZ zufolge reagiert Kura mit ihrem Vorstoß auf einen Beschluss der Stadt Gütersloh im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Aus Umweltschutzgründen soll bei Veranstaltungen der Stadt auf fliegende Gasluftballons verzichtet werden, wie der Gütersloher Umweltausschuss am Montag mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen hatte. Betroffen sind alle städtischen Veranstaltungen und somit auch Kindergärten und Schulen. Bei privaten Feiern sind Ballons weiterhin erlaubt.

“Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln”, sagte Kura der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.  “Initiativen wie die aus Gütersloh helfen auch, das Bewusstsein für ungewollte Folgen unseres Handelns zu schärfen.”

Das niedersächsische Umweltministerium lehnte die Verbotsforderung ab. “In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden. Warum sollten wir ihnen diese Gefühle nehmen?”, sagte ein Sprecher von Landesumweltminister Olaf Lies (SPD) der NOZ. “Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht.”

FDP kritisiert “Öko-Radikalisierung”

Auch die FDP kritisierte den Vorstoß der Grünen. “Der Überbietungswettbewerb der Verbote geht weiter”, erklärte der Vizechef der Bundestagsfraktion der Liberalen, Michael Theurer. Er warf den Grünen eine “Öko-Radikalisierung” vor, die immer mehr Menschen in die Arme der AfD treibe.

Auf Sardinien haben Meeresforscher 22 Kilogramm Plastik im Magen eines toten Wals entdeckt.

Die EU hatte im März ein künftiges Verbot von Einweggeschirr und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff beschlossen. Auf ein Verbot, etwa bei Kindergeburtstagen Luftballons fliegen zu lassen, verzichtete das Europaparlament. Allerdings sollen Kennzeichnungen mit Hinweisen für eine möglichst umweltschonende Entsorgung vorgeschrieben werden.



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